Fronleichnamskapelle

Die Kapelle wurde um 1368 von Konrad Wynmann gestiftet. Der heutige Bau entstand nach 1456 auf Kosten von Georg von Zülsdorf. Die Kapelle zum Heiligen Leichnam diente als Friedhofskapelle.

Am 28. November 1518 appellierte Martin Luther vor der Kapelle an den Papst, ein Konzil einzuberufen, um über seinen Ketzerprozess zu entscheiden.

1526 verlegte der Rat den Friedhof aus hygienischen Gründen vor die Stadt. Nur noch wenige Begräbnisse fanden auf dem Kirchhof statt. Die Kapelle wurde profaniert und kurz darauf zum Lager für nicht mehr benötigtes Kircheninventar umgebaut. Eine Zwischendecke wurde eingezogen, die obere Stube (mit Ofen) nutzten die Vorsteher der Kirchenkasse, des Gemeinen Kastens, für ihre  Versammlungen, 1569 wurde ein neuer Raum über der Sakristei der Pfarrkirche für diese Zwecke eingerichtet. An die Kapelle bauten die Kastenherren 1569 Verkaufsbuden für Töpferwaren an.

Innerhalb kurzer Zeit änderte sich das Totengedenken in Wittenberg ganz grundsätzlich und damit auch der Charakter des Kirchhofes: die Seelenmessen für die Verstorbenen wurden im Zuge der Reformation abgeschafft, die dazu in der Pfarrkirche eingerichteten Altäre verloren ihre Bedeutung: Der Gläubige ist nach lutherischer Auffassung allein durch den Glauben gerechtfertigt und bedarf keiner ewigen Fürbitte seiner Hinterbliebenen. Als Ausdruck des individuellen Totengedenkens und Bekenntnisses wurden ab den 1540er Jahren in und außerhalb der Kirche zahlreiche Epitaphe angebracht, von denen viele erhalten sind. Die beiden Grabsteine an der Nordfassade der Fronleichnamskapelle erinnern an den Buchhändler Bartholomäus Vogel und seine Ehefrau.

Mit der Restaurierung von 1845-50 wurde die Kapelle dem spätmittelalterlichen Bauzustand wieder angenähert. Der Verein für Heimatkunde und Heimatschutz nutzte das Gebäude von 1913 bis 1928 zur Präsentation seiner Sammlungen.

Heute dient die Kapelle als Andachtsraum und wird vom Stadtkonvent Wittenberg der Communität Christusbruderschaft Selbitz (www.christusbruderschaft.de) genutzt.

Die Fronleichnamskapelle wird zurzeit restauriert und ist deshalb bis auf weiteres geschlossen!
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