Friedhof

torDie Geschichte des Evangelischen Friedhofes beginnt um 1527. Der Begräbnisplatz um die Stadtkirche war zu klein geworden und so wurde auf Anraten Martin Luthers der kleine Friedhof der Heilig-Kreuz-Kapelle vor dem Elstertor zum Stadtgottesacker ausgebaut. Als sich die Bestattungszahlen auf dem Friedhof um die Stadtkirche immer weiter verringerten, wurden die Eingangsportale abgebaut und in die etwa 1550 errichtete Friedhofsmauer des Stadtgottesackers eingesetzt.

Um 1600 reichte dieser Friedhof nicht mehr aus und es wurde nördlich der Dresdener Straße ein weiterer Friedhof erschlossen. Im dreißigjährigen Krieg und in den Pestjahren musste der Friedhof erheblich erweitert werden. Der Teil, auf dem die Kapelle steht, kam hinzu. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein angrenzender Sportplatz erworben und zum Friedhof umgestaltet.

Heute umfasst der Evangelische Friedhof in der Dresdener Straße fünf Kirchhöfe, einschließlich des Friedhofes Teuchel, Weinbergstrasse. Auf einer Fläche von 11,5 ha sind 9000 Grabstellen angelegt, von denen etwa 7000 mit einem Nutzungsrecht in Anspruch genommen sind. Die Grabstätten sind als Einzelgrabstätten, Mehrfachgrabstätten, Vorzugswahlstätten und Gemeinschaftsgrabanlagen eingerichtet.

kapelleJede Bestattung wird an den Wünschen und Erwartungen der zu Bestattenden und deren Angehörigen ausgerichtet. Somit ist jede Bestattung eine ganz individuelle Trauerfeier, gleich ob die Verstorbenen einer Glaubensgemeinschaft angehörten oder konfessionslos waren. Dafür steht eine 1888 eingeweihte Friedhofskapelle zur Verfügung. Die Kapelle ist ein neugotischer Backsteinbau. Eine Birkenallee verbindet die Kapelle mit dem großen Portal gleicher Bauart.

Der Besucher wird nicht von einer üblichen Friedhofsatmosphäre umfangen. Die großen, alten Bäume, die Hecken und Solitärgehölze und auch die reichhaltige Vogelwelt geben dem Friedhof eher eine parkähnliche Prägung, die auch zu kleinen Spaziergängen einlädt.

Auf dem Friedhof stehen noch viele Grabdenkmale aus vergangenen Jahrhunderten. Sie erzählen uns heute, welche Verdienste um die Stadt oder das Gemeinwohl die Verstorbenen erworben haben und darum so geehrt wurden. Die bedeutendsten Grabmale sind unter anderem:

Postkommissar Zimmermann, Heinrich Leonard Heubner, Königlicher Musikdirektor Carl Stein, Major Fritz Eunike, Postflieger Fritz Simon, Georg Schleusner.

Der Friedhof ist traditionell die Begräbnisstätte der Wittenberger und soll in dieser Tradition weitergeführt werden.